Sehenswürdigkeiten in Bruck an der Mur

Die Stadt Bruck an der Mur wartet an fast allen Straßenecken und -enden mit Sehenswürdigkeiten auf, die es das gesamte Jahr über Wert sind, besichtigt zu werden. 1792 ereilte die Stadt ein schwerer Brand, bei dem von 166 Häusern innerhalb der Stadtmauer nur zwei bestehen blieben. Mit zerstört wurden dabei unter anderem die Stadtpfarrkirche und die Burg Landskron. Dank fleißigen Helfern sind heute viele der Sehenswürdigkeiten restauriert und werden nicht nur von Touristen bestaunt, sondern auch von den Einwohnern selbst, die sehr stolz auf die Bau-Juwele in ihrer Stadt sind.

Das Kornmesserhaus am Hauptplatz

Eines dieser Bauwerke ist das beeindruckende Kornmesserhaus direkt am Brucker Hauptplatz. Das Kornmesserhaus ist das Wahrzeichen von Bruck, weshalb die Stadt auch Kornmesserstadt genannt wird. Inspiriert von venezianischen Palästen besticht das Kornmesserhaus mit seiner liebevoll ausgearbeiteten Arkadenfassade, welche mit ihren reichen Verzierungen die Blicke Vorbeigehender auf sich zieht. Neben der Arkadenfassade verfügt das Gebäude über eine wunderschöne Loggia und dem Wappen Kornmeß, welches in die Wand eingemauert wurde. Die Bauarbeiten begannen 1499 im Auftrag des Hammerherrn Pankraz Kornmeß, sechs Jahre später wurde der Bau fertiggestellt. 1792 wurde das Kornmesserhaus bei dem schrecklichen Stadtbrand schwer beschädigt, fleißigen Händen und einer Renovierung ist es allerdings zu verdanken, dass es heute im neuen Glanz erstrahlt und Besucher der Stadt in seinen Bann zieht.

Der Eiserne Brunnen mit seinen Verzierungen

Nur wenige Meter vom Kornmesserhaus entfernt befindet sich am Hauptplatz der Eiserne Brunnen. Mit seinen detailverliebten Verzierungen ist er einer der wertvollsten Brunnen in der Steiermark. Der Eiserne Brunnen wurde von Hans Prasser erbaut und ursprünglich zur Wasserversorgung genutzt, sein Entstehungsdatum lässt sich jedoch nicht genau bestimmen. Laut einer Inschrift stammen der untere, steinerne Teil sowie die Laube aus dem Jahr 1626. Das schmiedeeiserne Gitter, welches den Brunnen umgibt, wurde 67 Jahre später, also 1693 angebracht. Am Brunnen befindet sich auch ein eindrucksvolles Schwungrad, welches zur Zierde befestigt wurde. 1961 wurde der Brunnen schließlich restauriert, da manche Verzierungen gestohlen worden waren. Übrigens: Ein Duplikat des Eisernen Brunnens befindet sich im Museum für angewandte Kunst in Wien.

Die gotische Minoritenkirche

Vom Hauptplatz aus kommt man über eine belebte Fußgängerzone zur gotischen Minoritenkirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Aus der einfachen Fassade sollte man keine voreiligen Schlüsse über das Innere der Kirche ziehen. Dieses ist nämlich im Gegensatz zum schlichten Äußeren mit Fresken verziert. Diese stammen aus dem Jahr 1400, wurden von einer böhmischen Hofmalschule gefertigt und 1917 durch einen Absolventen der Kunstgewerbeschule Prag freigelegt. Das Fresko zeigt den Heiligen Achatius, der einer Sage nach zusammen mit seinen 10.000 Soldaten zu Tode gepeitscht worden war. Gegenüber dem Fresko sind Reste eines Bildstreifens zu finden, der ursprünglich 20 Meter lang war.

Das Fresko der Kirche St. Ruprecht

Ein weiteres Fresko findet man in der Kirche St. Ruprecht, welche sich am Stadtrand befindet. Diese Kirche wird in Schriften um 1195 bis 1545 als Pfarrkirche erwähnt, soll aber angeblich bereits im Jahr 1063 errichtet und geweiht worden sein. Die Fresken der Kirche stammen aus dem Jahr 1416 und sind durch ihre beeindruckende Größe von 45 Quadratmetern die größte Wandmalerei der Steiermark aus dem Mittelalter.

Die Heilig-Geist-Kirche

Eine beliebte Sehenswürdigkeit aufgrund ihrer einzigartigen Bauweise ist die Heilig-Geist-Kirche bzw. Dreifaltigkeitskirche. Diese Kirche wurde in einer Dreiecksform mit abgeflachten Spitzen errichtet, als Mahnmal für die drei vorhergegangenen Plagen Pest, Hunger und Krieg. 1955 wurde die Kirche eine Zeit lang als Wohnhaus genutzt, von 2011 bis 2018 wurde das Gebäude renoviert und sein ursprünglicher Zustand wiederhergestellt.

Der Brucker Schlossberg

Hoch über den Dächern der Stadt, auf dem Brucker Schlossberg, thront die Burg Landskron mit ihrem Uhrturm und der Kanonenhütte. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut, soll aber einem verschollenen Dokument nach bereits im Jahr 1112 existiert haben. Auch die Burg fiel dem großen Stadtbrand 1792 zum Opfer, denn die Bewohner von Bruck nutzten die Mauersteine zum Wiederaufbau der Stadt. Heute erinnern nur mehr Ruinen an die prächtige Festung, die man auf schmalen Spazierwegen erkunden kann. Einer der Wege führt übrigens an der sogenannten Stuckhütte vorbei, wo zwei französische Kanonen von 1815 ausgestellt sind. Die Spazierwege führen auch ganz hinauf auf das Plateau, auf dem sich ein Café befindet, von dem aus man die Stadt und ihre verschlungenen Gassen überblickt. Tipp: Nehmen Sie an einer der vier Nachtwächterführungen teil. Frau Papst führt ihre Gäste abends durch die Stadt oder auf den Schlossberg– und das mit kulinarischen Kostproben.

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt